Ähriger Erdbeerspinat

Erdbeerspinat

Chenopodium capitatum

Interessante Gemüseart aus deutschen Bauerngärten, die lange Zeit weit verbreitet war. In den Blattachseln wachsen erdbeerartige, rote Früchte, die roh im Salat oder auch gedünstet verwendet werden können. Die roten Beeren schmecken allerdings nicht nach Erdbeeren sondern eher neutral, etwas wie rote Beete. Die Früchte lassen sich aber in Zucker eingelegt und mit Zitronensaft beträufelt auch als Dessertdekoration verwenden. Die Blätter werden häufig wie Spinat gekocht oder zu Pesto verarbeitet. Erdbeerspinat ist einjährig und gedeiht am besten im Halbschatten bei guter Wasserversorgung. Pflanzabstand 20 cm!


Gemüseampfer

Gemüseampfer

Rumex patienta

Der Gemüseampfer ist eine alte Gemüsestaude, die, einmal im Garten angesiedelt, immer wieder geerntet werden kann. Er eignet sich damit perfekt für Permakultur im Garten. In der Literatur findet man ihn auch als englischer Spinat oder ewiger Spinat. Sein Geschmack ist leicht säuerlich, jedoch nicht mit dem Sauerampfer zu vergleichen und eignet sich perfekt als Zugabe in Salate oder als Würze für Kartoffelsuppen oder Linsengerichte. Er kann aber auch wie Spinat zubereitet werden und gibt Kräuterquark eine interessante Note. Gemüseampfer mag feuchte Stellen im Garten und kommt auch mit schattigen Standorten gut zurecht. Einmal angesiedelt benötigt er keine Pflege mehr und kommt jedes Jahr wieder.


Haferwurzel

Haferwurzel

Tragopodon porrifolius „Mammouth“

Haferwurzel – auch Austernpflanze genannt – kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo sie seit der Antike als Gemüse verwendet wurde. Sie bildet ca. 30 cm lange Pfahlwurzeln, die ähnlich wie Schwarzwurzeln verwendet werden. Die süßlichen Wurzeln sind sehr nahrhaft und werden im Herbst geerntet. Im Winter können Sie in Sand eingeschlagen im Keller gelagert werden. So bleiben sie lange frisch. Pflanzabstand 15 cm.

Albertus Magnus erwähnte die Haferwurzel erstmals im 13. Jahrhundert. Er identifizierte sie als die biblische „Rose von Scharon“. Seit dem 16. Jahrhundert wurde sie in Mitteleuropa angebaut, wurde mit der Zeit jedoch von der Schwarzwurzel verdrängt. Um Haferwurzeln anzubauen benötigt man lockere Erde. Entweder also in einem großen tiefen Topf (z.B. Sauerkrauttopf) anbauen oder im Hochbeet oder die Erde muss wie beim Kartoffelanbau angehäufelt werden, damit nach unten mind. 40 cm Platz sind und die Wurzeln schön lang und gerade wachsen können.

Zubereitet werden sie klassischerweise wir Schwarzwurzeln: in ca. 5 cm lange Stücke geschnitten und für ca. 30 Minuten in Salzwasser gekocht. Dann mit einer klassischen Mehlschwitze servieren.


Knollenziest

Knollenziest

Stachys affinis

Vor dem Knollenziest wurde in vorchristlicher Zeit der Sumpf-Ziest als Gemüse gesammelt. Bei den Germanen war der Heide-Ziest sehr beliebt. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Knollenziest angebaut und ist in Europa der einzige Lippenblütler, der als Gemüse kultiviert wird. Verwendet werden die kleinen, wurmartigen Knöllchen, die sehr lecker schmecken und sowohl roh als auch gedünstet gegessen werden. Knollenziest ist winterhart und mehrjährig und treibt, wenn man einige Knöllchen im Boden belässt, jedes Jahr wieder neu aus. Eine absolute Delikatesse und kaum zu bekommen. Muss nicht vereinzelt werden!


Mairübe

Mairübchen

Brassica rapa var. rapa „Blanc globe“

Die kleine weiß-lila oder weiße Rübe ist eine alte Kulturpflanze, die schon in der Antike verwendet wurde. Ihr Geschmack ist eine Mischung aus zarter Kohlrabi und Rettich. Vor der Kartoffel spielte sie eine wichtige Rolle in der Ernährung in Europa. Sie ist reicht an Vitaminen, Mineralien und Eiweiß. Die Blätter können wie Spinat verarbeitet werden, die Rübe selbst roh verzehrt oder gedünstet werden. Mairüben mögen lehmige Böden und lassen sich ganz problemlos anbauen. Pflanzabstand 25 cm.


Rapunzeln

Rapunzel-Glockenblume

Campanula rapunculus

Rapunzeln kennen wir aus dem gleichnamigen Märchen. Es ist nicht, wie viele annehmen, der Feldsalat damit gemeint (auch wenn er im Volksmund gelegentlich als Rapunzel bezeichnet wird) sondern höchstwahrscheinlich die Rapunzel-Glockenblume, die schon im Mittelalter im Garten kultiviert wurde. Ähnlich wie beim Feldsalat wurden im Winter die Rosettenblätter geerntet. Die verdickten Wurzeln können als wohlschmeckendes Wurzelgemüse wie Sellerie zubereitet werden oder – in Scheiben geschnitten – roh verzehrt werden. Hier in unserer Gegend findet man die Rapunzeln häufig noch wild an Wegesrändern und auf trockenen Wiesen. Sie stellt kaum Ansprüche, man sollte lediglich bis sie angewachsen ist darauf achten, dass sie nicht austrocknet. In der Schweiz wurden die Rapunzeln noch bis 1929 angebaut, danach verschwand sie vom Speiseplan. Pflanzabstand 10 cm!


Roter Meier

Roter Meier

Amaranthus lividus var. rubrum

Seit dem Frühmittelalter wurde Roter Meier in unseren Gärten kultiviert und verwendet wie Spinat. Dem verdankt er es auch, dass er heute aus unseren Gärten verschwunden ist, denn Spinat ist ertragreicher als Roter Meier. Dabei ist er nicht nur eine wirklich schöne Pflanze mit einer Höhe von bis zu 80 cm und seinen violetten Blättern, er enthält auch viel Vitamin C, Eisen und Calcium und schmeckt milder als Spinat. Der Anbau ist sehr einfach, denn der rote Meier stellt weder an Boden noch Pflege große Ansprüche. Verwendet werden die jungen Blätter, wenn die Pflanze ca. 25-30 cm hoch ist. Mehrere Ernten sind möglich. Die Blätter können als Salat oder wie Spinat verzehrt werden, die Stängel können frittiert werden. Wenn der Rote Meier blüht, können die vielen Samen wie Hirse zubereitet und zu leckeren Salaten verarbeitet werden. Pflanzabstand 25 cm!

PS: Wer die Samen nicht erntet, sollte den Roten Meier trotzdem im Herbst stehen lassen. Vögel freuen sich über die leckeren Samen.


Rübstiel – Stielmus

Rübstiel oder auch Stielmus

Brassica rapa ssp. silvestris „Namenia“

Im Norden kennt man Rübstiel noch heute als leckeres Gemüse, hier im Süden ist der Rübstiel praktisch unbekannt. Bei der milden Kohlart verwendet man die zarten Stiele und Blätter, bei älteren Pflanzen kann man auch die Stiele wie Spargel zubereiten. Rübstiel kann sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden und ist nach wenigen Wochen erntereif. Beim Auspflanzen sollte man darauf achten, die Pflanzen mit recht geringem Abstand von max. 10 cm zu pflanzen, denn sonst bildet sich unter Umständen eine Rübe aus (die dann natürlich auch verzehrt werden kann, beim Rübstiel wird jedoch klassischerweise das Blattwerk verwendet).

Unser Lieblingsrezept mit Rübstiel:

Rübstiel wie ihn die Oma noch machte


Schwarzwurzel

Schwarzwurzeln

Scorzonera hispanica
„Hoffmanns schwarzer Pfahl“

Seit dem 17. Jahrhundert wird die Schwarzwurzel als Gemüse angebaut und verdrängte nach und nach die Weißwurzel oder Haferwurzel aus den Gärten. Sie galt als „Spargel der armen Leute“. Die Schwarzwurzel ist zweijährig und winterhart und kann wie die Haferwurzel auch gut in einem tiefen Topf angebaut werden. In lockeren Böden gedeiht sie gut im Beet, bei schweren Lehmböden muss sie entweder auf einen Erdwall oder ins Hochbeet gepflanzt werden. Sie hat einen hohen Eiweiß-gehalt und ist leicht verdaulich, daher wird die Schwarzwurzel auch als Krankenspeise geschätzt. Die langen schwarzen Wurzeln sind innen komplett weiß und sondern einen weißen Milchsaft ab. Es empfiehlt sich, beim schälen Handschuhe zu tragen und sie unter fließendem Wasser zu schälen und sofort in ein Gefäß mit Essigwasser zu legen. Traditionell werden sie in Stücke geschnitten, ca. 30 min. in Salzwasser gekocht und mit einer dicken weißen Mehlsauce serviert.


Schwäbische Urmöhre

Schwäbische Urmöhre

Daucus carota L. ssp. sativus
„Pfälzer Gelbe“

‚Im Schwäbischen, überhaupt in ganz Süddeutschland nennt man Möhren umgangssprachlich auch „Gelbe Rüben“. Das liegt nicht etwa an der Farbenblindheit der Schwaben, sondern daran, dass orange Karotten, wie wir sie heute als normal empfinden, im Süden nicht verbreitet waren. Hier waren die Möhren gelb. „Pfälzer gelbe“ ist eine alte süddeutsche Möhrensorte mit süßem, intensiv-möhrigem Geschmack. Alte Lagersorte mit relativ großen, schweren Rüben. Anhäufeln empfohlen. Bitte beachten Sie, dass die Möhren vereinzelt in die Erde gesetzt werden müssen. Gute Nachbarn im Gemüsebeet sind Zwiebeln, Salat oder Dill. Pflanzabstand ca. 5-7 cm.


Urmöhre

Urmöhre „Spanish Black“

Daucus carota L. „Spanish Black“

Eins vorweg: Das, was heute in den Läden als Urmöhre verkauft wird, ist eine Neuzüchtung und ein F1-Hybride. „Purple Haze“ ist eine wunderbar schmeckende Möhrensorte, aber keineswegs alt oder die Urform der Karotte. In ihrer unkultivierten Form gab es Möhren in verschiedenen Farben aus verschiedenen Ursprungsgebieten. Violette Möhren waren vor allem in arabischen Ländern zu finden. Wir haben uns bemüht, eine wirklich alte Sorte zu finden, die gut schmeckt und ihre Farbe behält. So kamen wir auf „Spanish Black“, eine historische Möhrensorte aus Spanien, die außen violett und innen gelb ist, sozusagen eine Kreuzung des arabischen mit dem europäischen Typ. „Spanish Black“ sollte eher im Halbschatten angebaut werden. Bei Möhren ist wie bei allen Wurzelgemüsen eine regelmäßige Wasserversorgung entscheidend für den Erfolg. Trocknet sie aus, wird die Wurzel verkrüppeln, bekommt sie zu viel Wasser, springen die Wurzeln auf. Pflanzabstand ca. 5-7 cm.